Wilder Thymian – Feldthymian aus Wildwuchs mit kraftvollem Aroma
Wilder Thymian – auch Feldthymian, Serpolet oder Quendel genannt – wächst ungebunden auf Kalkböden, Felshängen und Trockenwiesen rund ums Mittelmeer. Er ist kleiner, unregelmäßiger und intensiver als gezüchteter Gartenthymian: sein Aroma ist harzig, warm und von einer urtümlichen Würzkraft, die kultivierter Thymian in dieser Form nicht erreicht.
Diese natürliche Wildwuchs-Herkunft macht den Unterschied: keine Einheitlichkeit, dafür echtes botanisches Charakter. Die Blätter sind kleiner, kräftig aromatisch und geben ihre Würzkraft langsam und nachhaltig ab – ideal für Gerichte, die Zeit brauchen.
Verwendung in der Küche
- Lamm: klassischer Begleiter – als Marinade, in Schmorgerichten oder unter die Keule gedrückt
- Wild: Reh, Hirsch, Hase – gibt Wildgerichten eine mediterrane Würztiefe
- Geflügel: Hähnchen, Poularde, Ente – in Kräuterbutter, Marinaden und Füllungen
- Schmorgerichte: langsam mitgekocht entfaltet er seine volle Würzkraft in Ragouts und Ossobuco
- Tomatensauce und Pasta: gibt italienischen Saucen Tiefe ohne Bitterkeit
- Focaccia und Brot: auf dem Teig oder ins Olivenöl gemischt
- Mediterrane Marinaden: zusammen mit Olivenöl, Knoblauch und Zitrone
Wilder Thymian kann als ganzes Kraut mitgekocht (und vor dem Servieren entfernt) oder direkt eingemischt werden. Er verträgt lange Garzeiten gut und gibt seine Aromen gleichmäßig ab.
Kleine Rezeptidee: Lammkeule mit wildem Thymian und Knoblauch
Lammkeule mit Einschnitten versehen, Knoblauchzehen und wilden Thymian in die Einschnitte drücken. Mit Olivenöl einreiben, mit Meersalz und Pfeffer würzen. Bei 160 °C 2,5 Stunden im Ofen schmoren, zwischendurch mit dem Bratensaft begießen. Ergebnis: zartes Fleisch mit tief-mediterranem Kräuteraroma.
Passt hervorragend zu: Lamm, Wild, Geflügel, Schmorgerichten, Tomatensaucen, Pasta, Focaccia und Olivenöl-Dips.